Welche Medikamente zählen als Drogen?

Welche Medikamente zählen als Drogen? – Wirkung, Risiko & Abhängigkeit erklärt

Nicht nur illegale Substanzen können berauschen – auch legal verschriebene Medikamente können bei falscher oder missbräuchlicher Einnahme eine starke psychoaktive Wirkung entfalten. Einige davon besitzen ein sehr hohes Abhängigkeitspotenzial und werden deshalb in der Suchtprävention wie Drogen behandelt.

Dieser Überblick zeigt die wichtigsten Medikamentengruppen, ihren Nutzen, ihr Risiko und warum sie häufig missbraucht werden.

1. Opioid-Schmerzmittel

Beispiele: Oxycodon, Morphin, Fentanyl, Hydrocodon
Wirkung: starke Schmerzstillung, Euphorie
Abhängigkeitspotenzial: sehr hoch

Opioide wirken direkt im Belohnungssystem und können bereits bei kurzer Fehlanwendung eine Abhängigkeit auslösen. Überdosierungen führen schnell zu Atemstillstand.

▶ Linkempfehlung: Opioide & Opiate – Wirkung, Risiko, Abhängigkeit


2. Benzodiazepine

Beispiele: Diazepam, Lorazepam, Alprazolam
Wirkung: angstlösend, beruhigend, schlaffördernd
Abhängigkeitspotenzial: hoch

Benzodiazepine führen rasch zu Toleranzentwicklung. Der Entzug kann gefährlich sein (Krämpfe, Angstzustände, Schlaflosigkeit).

▶ Linkempfehlung: Benzodiazepine – Wirkung & Gefahr


3. Stimulanzien / ADHS-Medikamente

Beispiele: Methylphenidat (Ritalin), Dextroamphetamin, Adderall
Wirkung: gesteigerte Wachsamkeit, Energie, Fokus
Abhängigkeitspotenzial: hoch

Wird oft von Studierenden missbraucht („Lern-Drogen“). Risiko: Herzrhythmusstörungen, Angstzustände, psychische Abhängigkeit.

4. THC-haltige Medikamente

Beispiel: Marinol (Dronabinol)
Wirkung: appetitanregend, beruhigend, psychoaktiv
Abhängigkeitspotenzial: moderat

Medizinisch gut dokumentiert, aber bei unsachgemässer Einnahme suchtgefährdend.

5. Z-Drugs (moderne Schlafmittel)

Beispiele: Zolpidem, Zopiclon
Wirkung: schlaffördernd
Abhängigkeitspotenzial: hoch

Besonders riskant in Kombination mit Alkohol oder anderen Sedativa.

6. Barbiturate

Beispiel: Phenobarbital
Wirkung: stark sedierend
Abhängigkeitspotenzial: hoch
Heute kaum noch verschrieben, wegen hoher Überdosierungsgefahr.

7. Antihistaminika (H1-Blocker)

Beispiele: Diphenhydramin (Benadryl), Doxylamin
Wirkung: sedierend
Abhängigkeitspotenzial: gering–moderat

Werden in hohen Dosen für Rauschzustände missbraucht.

8. Mischkonsum mit Alkohol – besonders gefährlich

Die Kombination aus Medikamenten + Alkohol kann verursachen:

  • Atemdepression
  • Bewusstlosigkeit
  • Leberschäden
  • stark erhöhte Rauschwirkung
  • tödliche Überdosierungen

Besonders riskante Kombinationen:

⚠️ Alkohol + Benzodiazepine
⚠️ Alkohol + Z-Drugs
⚠️ Alkohol + Opioide

Weiterführende Links

Sucht Schweiz – Zahlen und Fakten zu Medikamenten und Drogen

Suchtprävention Zürich – Factsheet

BAG – Psychoaktive Medikamente