Kurzüberblick
Phencyclidin (PCP) ist ein dissoziatives Anästhetikum und zählt zu den älteren Wirkstoffen, die ursprünglich zur Narkose eingesetzt wurden. Aufgrund seiner ausgeprägten psychotropen Effekte wird PCP heute nicht mehr medizinisch verwendet, ist jedoch in einigen Regionen als psychoaktive Substanz verbreitet.
Street- bzw. Szenebezeichnungen:
„Angel Dust“, „Peace Pill“, „Rocket Fuel“.
PCP wirkt stark verändernd auf Wahrnehmung, Körpergefühl, Stimmung und Sensorik – mit teilweise unvorhersehbaren psychischen Reaktionen.
Konsumformen
- oral
- intranasal (Schnupfen)
- inhalativ (aufgetränkt auf Pflanzenteile)
- selten intravenös
In vielen Fällen wird PCP auf Kräutermischungen / Tabak getränkt und geraucht.
Wirkung
| Wirkung | Beschreibung |
|---|---|
| Dissoziation | Trennung von Selbst- & Körperwahrnehmung |
| veränderte Sinneswahrnehmung | Verzerrte Wahrnehmung von Zeit, Geräusch, Raum |
| Stimmungswechsel | Euphorie ↔ Angst ↔ Gereiztheit |
| Analgesie | Schmerzunempfindlichkeit |
| Sedierung / Benommenheit | dosisabhängig |
| Halluzinationen | visuell & auditiv möglich |
PCP blockiert NMDA-Rezeptoren und beeinflusst damit tiefgreifend die Wahrnehmungs- und Bewusstseinsverarbeitung.
Risiken & Nebenwirkungen
| Risiko | Details |
|---|---|
| psychotische Episoden | paranoide Symptome, Realitätsverlust |
| starke Verwirrtheit | u. a. Gedächtnis- & Orientierungsstörungen |
| motorische Unruhe | Bewegungsdrang, Koordinationsstörungen |
| Blutdruck- & Pulsanstieg | sympathomimetische Wirkung |
| erhöhte Schmerzschwelle | Verletzungsrisiko, da Schmerzen nicht wahrgenommen werden |
| Kontrollverlust | gefährliche Fehlinterpretation von Situationen |
PCP kann unkalkulierbare Reaktionsmuster auslösen.
Deshalb ist die medizinische Überwachung im Notfall essenziell.
Langzeitfolgen
| Folge | Hinweise |
|---|---|
| Gedächtnis- & Konzentrationsstörungen | neurokognitive Beeinträchtigung |
| depressive Phasen | Stimmungsschwankungen nach Wirkung |
| Abhängigkeitsrisiko | primär psychisch |
| anhaltende Wahrnehmungsstörungen | v. a. bei Hochdosisgebrauch |
Nachweisbarkeit im Drogentest
| Testart | Nachweiszeit |
|---|---|
| Urin | 2–7 Tage (bei chronischem Konsum länger) |
| Blut | wenige Stunden |
| Speichel | bis zu 48 Stunden |
| Haar | bis zu 90 Tage |
Besonderheiten
- PCP ist in der Schweiz und EU betäubungsmittelrechtlich verboten.
- Aufgrund der dissoziativen Tiefenwirkung können Betroffene während des Rausches Schmerz, Gefahr und physische Grenzen falsch wahrnehmen, was das Verletzungsrisiko erheblich steigert.
Zusammenfassend
PCP gehört zu den stark wirkenden dissoziativen Substanzen mit ausgeprägten Wahrnehmungs- und Realitätsveränderungen. Da Reaktionen individuell stark variieren können, ist das Risiko für psychische und körperliche Komplikationen hoch.


