Kokain wird auf dem Schwarzmarkt fast nie in reiner Form verkauft. Um Gewinn zu maximieren, wird es häufig mit Streckmitteln und Fremdstoffen versetzt – teils harmlos wirkend, teils hochgefährlich. Das Risiko:
- Konsument:innen wissen nicht, was sie tatsächlich einnehmen.
- Dosierung, Wirkung und Nebenwirkungen werden unberechenbar.
Warum wird Kokain gestreckt?
Die Hauptgründe sind:
- Gewinnmaximierung
- Anpassung von Aussehen & Konsistenz
- Simulation von „Qualität“
- Erhöhung oder Veränderung der Wirkung
Je nach Region und Vertriebsstufe wird Kokain mehrfach gestreckt.
Häufige Streckmittel in Kokain
1. Lokalanästhetika (z. B. Lidocain, Benzocain, Procain)
- erzeugen Taubheitsgefühl
- täuschen „reines Kokain“ vor
- können Herzrhythmusstörungen verursachen
2. Koffein
- verstärkt die stimulierende Wirkung
- erhöht Puls & Blutdruck
- steigert Angstzustände
3. Levamisol (sehr gefährlich)
Levamisol ist ein Entwurmungsmittel aus der Tiermedizin. Risiken:
- schwere Blutbildveränderungen
- Schädigung des Immunsystems
- Hautnekrosen
- hohes Infektionsrisiko
Besonders problematisch, da sehr häufig nachgewiesen!
4. Paracetamol & andere Medikamente
- Leberbelastung
- Wechselwirkungen
- Überdosierungsrisiko
5. Füllstoffe (z. B. Zucker, Stärke, Talkum, Gips)
- keine psychoaktive Wirkung
- reizen Schleimhäute
- erhöhen das Infektionsrisiko
Welche Gefahren entstehen durch Streckmittel?
Unvorhersehbare Wirkungen
- Überdosierung
- starke Kreislaufreaktionen
- Panikattacken
- Bewusstseinsverlust
Herz-Kreislauf-Risiken
- Herzrhythmusstörungen
- Bluthochdruck
- Herzinfarkt
- Schlaganfall
Immunsystem-Schäden
(insbesondere durch Levamisol)
- starke Infektanfälligkeit
- Wundheilungsstörungen
- Nekrosen
Psychische Folgen
- Angst
- Paranoia
- Aggressivität
- Depression
Warum sind Streckmittel so gefährlich?
Das Hauptproblem ist: Man weiss nie, was wirklich enthalten ist.
Dosierung ist kaum einschätzbar, Risiken potenzieren sich, Wechselwirkungen sind unkalkulierbar.
Kann man Streckmittel erkennen?
Teilweise, aber nicht zuverlässig. Mögliche Hinweise:
- ungewöhnlicher Geruch
- abweichende Farbe oder Konsistenz
- starke oder untypische Taubheit
- ungewöhnlich lange oder sehr kurze Wirkung
Kann man Streckmittel testen?
Ja – zur orientierenden Einschätzung der Zusammensetzung können sogenannte Substanz- und Reinheitstests eingesetzt werden. Diese ermöglichen:
- grobe Einschätzung, ob Kokain enthalten ist
- Hinweise auf typische Streckmittel
- keine Laborqualität, aber erste Orientierung
Kokain-Reinheit testen
Für Kokain gibt es spezielle Reinheitstests (Purity-Tests), die Hinweise liefern auf:
- Wirkstoffgehalt
- mögliche Fremsotffe / Fremdstoffe
- typische Streckmittel
▶ Zum Kokain Substanztest (Reinheitsgehalt)
▶ Zum Kokain Streckmittel-Test
Weiterführende Artikel
- Streckmittel bei Drogen
- Positiver Drogentest – was tun?
- Kreuzreaktionen bei Drogentests
- Nachweisbarkeit von Kokain
- Kokain – Wirkung, Risiken & Nachweisbarkeit
Dieser Artikel dient der sachlichen Aufklärung und ersetzt keine medizinische Beratung.


